Beziehungsweisen erzählt vom Kampf dreier Paare um ihre Liebe:

Heiko (Axel Hartwig) betrügt Amelie (Anja Haverland), sie trennen und versöhnen sich, dabei wird Amelie schwanger und will abtreiben. Das will jedoch Heiko nicht…

Dorothea (Abak Safaei-Rad) arbeitet nach der Babypause endlich als Filmausstatterin bei einem Studentenfilm. Herrmann (Leopold Altenburg) kümmert sich jetzt um die Kinder, muss aber nebenbei noch Geld verdienen…

Siegfried (Gerthold Selle) ist gerade pensioniert worden, organisiert von Zuhause aus wohltätige Unternehmungen und ist glücklich. Seine Frau Eva (Franziska Kleinert) nimmt aber versehentlich zu viele Schlaftabletten…

Diese drei Paare sind fiktiv. Sie werden von Schauspielern dargestellt, treffen im Film in einem Studiosetting aber auf echte, nicht inszenierte Therapeuten. Diese wissen, dass sie Schauspielern gegenüber sitzen, begegnen ihnen aber wie echten Klienten. Trotz des betont künstlichen Settings entstehen sehr lebensechte Momente. Die Therapiegespräche werden kontrastiert mit Spielszenen, in einem mit wenigen Mitteln angedeuteten privaten Universum. Zwei nackte Autosessel werden zum Auto, eheliche Dramen darin zur grossen Oper.
Die Paargeschichten entwickeln sich. Heiko und Amelie müssen sich entscheiden. Herrmann und Dorothea ziehen auseinander, nähern sich aber wieder an. Bei Siegfried und Eva verschieben sich die Koordinaten um wenige Millimeter und sie befürchten den Einsturz ihres Ehegebäudes. Die Liebe ist schön. Und nicht einfach.

Im Werkstattgespräch plaudern die Therapeuten aus dem Nähkästchen. Diese rein dokumentarischen Momente treiben die diskursive Ebene des Films an.
Originalton: Die Liebe kann den Bestand einer Beziehung am schlechsten garantieren. Meistens tun das gemeinsame Kinder oder Schulden.
Auf humorvolle Art überprüft der Film den zeitgeössischen Begriff der Liebe.